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Wissen

Glossar der Numismatik

Die Numismatik hat ihre eigene Fachsprache. Dieses Glossar erklärt die wichtigsten Begriffe rund um Münzen, Medaillen und Geldgeschichte, kurz und verständlich.

Aes grave
das schwere, gegossene Bronzegeld der frühen römischen Republik, bemessen in Einheiten des As.
Antoninian
eine römische Münze der Kaiserzeit im Wert von zwei Denaren, am Kaiserbildnis an der Strahlenkrone kenntlich.
As
die römische Grundmünze aus Bronze, nach der zahlreiche weitere Nominale bemessen wurden.
Aureus
die römische Goldmünze der Antike, in der Kaiserzeit das ranghöchste Nominal vor dem Solidus.
Avers (Vorderseite)
die Hauptseite einer Münze, meist mit dem Bildnis des Herrschers, einem Wappen oder einem Landessymbol.
Batzen
eine süddeutsche und schweizerische Silbermünze der frühen Neuzeit im Wert mehrerer Kreuzer.
Beizeichen
ein kleines Symbol im Münzbild, das Münzstätte, Münzmeister oder Prägejahr genauer bestimmt.
Billon
eine geringhaltige Legierung aus wenig Silber und viel Kupfer, verbreitet bei Kleinmünzen.
Brakteat
eine dünne mittelalterliche Münze, nur einseitig geprägt, sodass das Bild auf der Rückseite vertieft erscheint.
Denar
eine antike römische Silbermünze; der Name lebt in vielen mittelalterlichen Münzbezeichnungen fort.
Drachme
eine der wichtigsten Silbermünzen der griechischen Antike und zugleich eine Gewichtseinheit.
Dukaten
eine europäische Goldmünze von hohem Feingehalt, über Jahrhunderte ein bedeutendes Handelsgeld.
Elektron
eine natürliche oder künstliche Legierung aus Gold und Silber, Material der frühesten Münzen.
Erhaltung (Erhaltungsgrad)
die Beschreibung des Zustands einer Münze, von „schön“ über „sehr schön“ und „vorzüglich“ bis „Stempelglanz“.
Fälschung
eine unecht hergestellte Münze, entweder als zeitgenössisches Falschgeld oder als spätere Nachahmung zur Täuschung von Sammlern.
Feingehalt
der Anteil des Edelmetalls in einer Münze, meist in Tausendteilen angegeben.
Feld
die glatte, motivfreie Fläche zwischen den Bildelementen einer Münze.
Follis
eine spätrömische Bronzemünze, eingeführt mit der Münzreform um 294 n. Chr.
Gedenkmünze
eine Münze, die an ein Ereignis, eine Person oder einen Ort erinnert und häufig eigens für Sammler ausgegeben wird.
Gegenstempel
ein nachträglich in eine fertige Münze geschlagenes Zeichen, das ihren Wert oder ihre Gültigkeit bestätigte.
Gepräge
das durch die Prägung entstandene Bild einer Münze.
Groschen
eine mittelalterliche und neuzeitliche Silbermünze, aus der sich zahlreiche regionale Nominale entwickelten.
Gulden
eine ursprünglich goldene, später silberne Münze, lange eine der wichtigsten Währungseinheiten Mitteleuropas.
Gussmünze
eine nicht geprägte, sondern in Formen gegossene Münze, typisch für das frühe römische Schwergeld.
Heller
eine kleine mittelalterliche Münze, benannt nach der Münzstätte Hall, später Bezeichnung für Kleinstgeld.
Klippe
eine viereckig ausgeprägte Münze, oft als Notgeld oder zu festlichen Anlässen hergestellt.
Kontorniat
eine spätantike, medaillenartige Bronzeprägung mit vertiefter Randfurche, vermutlich für Spiele und Geschenke.
Kreuzer
eine süddeutsche und österreichische Kleinmünze, benannt nach dem aufgeprägten Kreuz.
Legende
die Inschrift einer Münze, die um das Bild herum oder in mehreren Zeilen im Feld verläuft.
Legierung
die Mischung mehrerer Metalle, aus der der Schrötling und damit die Münze besteht.
Medaille
ein münzähnliches Stück ohne Zahlungsfunktion, das zur Erinnerung oder Ehrung geprägt oder gegossen wird. (siehe unsere Medaillen)
Medaillon
eine besonders große römische Prägung, die als Ehrengabe oder Geschenk diente und nicht als Umlaufgeld.
Münzfuß
die gesetzliche Vorschrift, wie viele Münzen aus einer bestimmten Menge Edelmetall zu prägen sind.
Münzstätte
der Ort, an dem Münzen hergestellt werden; oft durch ein Münzzeichen kenntlich gemacht.
Münzzeichen
ein Buchstabe oder Symbol, das die Münzstätte oder den verantwortlichen Münzmeister angibt.
Nominal
die Wertstufe einer Münze, etwa Denar, Taler oder Euro.
Notgeld
Ersatzgeld, das in Krisenzeiten von Städten, Firmen oder Regionen anstelle regulärer Münzen ausgegeben wurde.
Numismatik
die Wissenschaft von Münzen, Medaillen und dem Geldwesen sowie ihren historischen Zusammenhängen.
Numismatiker
eine Person, die sich wissenschaftlich oder sammlerisch mit Münzen und Medaillen beschäftigt.
Obolos
eine kleine griechische Silbermünze, der sechste Teil einer Drachme.
Patina
die natürliche Oberflächenschicht, die sich vor allem auf Bronzemünzen im Lauf der Zeit bildet und als Zeichen der Echtheit geschätzt wird.
Pfennig
die verbreitetste Kleinmünze des deutschen Mittelalters und der Neuzeit, aus dem Denar hervorgegangen.
Prägung
das Verfahren, bei dem das Münzbild mit Oberstempel und Unterstempel in den Schrötling geschlagen wird.
Provenienz
die Geschichte von Herkunft und Besitz eines Stücks, die seinen Wert und seine Echtheit stützt.
Punze
ein Stahlstempel mit einem einzelnen Bildelement, mit dem Details in den Münzstempel geschlagen wurden.
Randschrift
die Inschrift auf der schmalen Kante, dem Rand einer Münze.
Rechenpfennig
eine münzähnliche Marke ohne Geldwert, die auf dem Rechenbrett zum Zählen benutzt wurde.
Revers (Rückseite)
die der Vorderseite gegenüberliegende Seite, häufig mit Wertangabe, Motiv oder ergänzender Legende.
Schilling
eine mittelalterliche Recheneinheit und spätere Münze, vielerorts eine Zwischenstufe zwischen Pfennig und Gulden.
Schrötling
der runde Metallrohling, aus dem durch Prägung eine Münze entsteht.
Sesterz
eine große römische Münze, in der Kaiserzeit meist aus Messing, wichtiger Träger von Bild und Inschrift.
Solidus
die spätrömische und byzantinische Goldmünze, über Jahrhunderte ein stabiles Leitgeld.
Stater
ein hochwertiges Nominal der griechischen Antike, ausgeprägt in Gold, Silber oder Elektron.
Stempel
das gravierte Werkzeug aus Stahl, mit dem das Münzbild in den Schrötling geprägt wird.
Subaerat
eine Münze mit unedlem Kern und dünnem Edelmetallüberzug, teils als Fälschung, teils offiziell hergestellt.
Taler
eine große Silbermünze der Neuzeit, deren Name im englischen „Dollar“ fortlebt.
Tessera
eine antike Marke aus Metall, Ton oder Blei, die als Eintrittszeichen, Spielzeichen oder Wertzeichen diente.
Tetradrachme
eine antike griechische Silbermünze im Wert von vier Drachmen, ein Leitnominal vieler Prägestätten.
Überprägung
die erneute Prägung einer bereits vorhandenen Münze mit einem neuen Stempelbild.
Umlaufmünze
eine für den täglichen Zahlungsverkehr bestimmte Münze, im Unterschied zu Gedenkstücken oder Anlagestücken.
Umschrift
die kreisförmig am Rand entlanglaufende Inschrift einer Münze.

Diese Begriffe in der Praxis: Einen Überblick gibt Numismatik in München, den Einstieg Münzen sammeln und das Einordnen eines Stücks Münzen bestimmen. Wer tiefer einsteigen möchte, ist bei den Vorträgen der Bayerischen Numismatischen Gesellschaft richtig oder findet in der Reihe Münze der Woche wöchentlich ein neues Stück mit seiner Geschichte.

Weiterführend und Bestimmung

Bayern und bayerische Sammlungen

Deutschland und Neuzeit bestimmen

Antike bestimmen

Überblick und Verbünde

Klassische Bestimmungsliteratur in gedruckter Form: Jaeger für deutsche Münzen seit 1871, AKS für die deutschen Staaten im 19. Jahrhundert, Krause für die Weltmünzen der Neuzeit, Beierlein für die bayerische Prägung sowie RIC, RPC, Sear und SNG für die Antike.