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Jahrbuch für Numismatik und Geldgeschichte · Band 48/49 (1998/99)

Zeus Eleutherios - Zeus Kronos. Himera - Therma Nel IV Sec. A.C

Giacomo Manganaro

  • S. 71–99
  • Aufsatz
  • Deutsch

Zusammenfassung

Nach einem kurzen Verweis auf Chr. Boehringers Aufsatz über die sich auf Himera und Therma im Jahr 409 v. Chr. beziehenden Quellen und einer Untersuchung der letzten Bronzeserien von Himera wird eine Übersicht über die Bronzeemissionen von Syrakus vorgestellt. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei der aus dem schweren Nominal (Kopf der Athena / Stern zwischen zwei Delphinen) und dem Teilstück (Rs. Hippokamp) bestehenden Zweiergruppe geschenkt. Es läßt sich folgern, daß das erstgenannte keine „schwere Litra" sein kann (bei einem Gewicht von 30-35 Gramm!), sondern ein Vielfaches sein muß, nämlich ein Pentalitron („Drachme"). So machte Dionys I. wirtschaftlichen Profit, während eine derartig schwere Litra einen Verlust an Reichtum bedeutet hätte; das wäre unverständlich gewesen für die Wirtschaft einer Stadt, die in ständige Kriege verwickelt und aus diesem Grund zum Sparen angehalten war. Von den zwei Emissionen mit dem Kopf des Zeus Eleutherios wird die leichtere (Zeus mit kurzen Haaren) Dion zugeschrieben (dem „Befreier" von der Tyrannis). Sie wurde unmittelbar danach in der Münzprägung verschiedener Städte nachgeahmt, sogar in Alontion und Alaisa, die im punischen Machtbereich lagen (was nur in den Jahren Dions möglich war, als Karthago die Überwachung gelockert hatte). Die Rückseite wurde wieder aufgegriffen in den Nachprägungen mit der Legende Symmachikon (geprägt wahrscheinlich in Alaisa). Die andere Emission mit Zeus Eleutherios mit langen Haaren (der Typus des Zeus Olympios) wird Timoleon zugeschrieben (ausgegeben zur Feier der Einrichtung der Amphipolia), von dem auch die zwei Goldemissionen mit einem sehr ähnlichen Kopf des Zeus stammen. Diese, als Ergänzung der Reserve an Pegasoi, waren zur Bezahlung von Söldnern bestimmt, im Hinblick auf die Schlacht am Krimisos 339 v. Chr. Die zwei Bronzeemissionen mit Zeus wären als Dilitron die eine, als Hemidrachmon die andere anzusehen: hielte man sie für eine Litra, würde dasselbe gelten wie bei der für eine Litra gehaltenen Großbronze des Dionys: auch diese Prägungen hätten dann einen Verlust an Reichtum bedeutet, was unerklärlich bliebe. Die zwei Kleinsilberemissionen von Himera mit Kopf des (Zeus) Kronos, die der Dion zugeschriebenen Emission mit Zeus Eleutherios sehr ähnlich sind, werden ebenfalls diesem zugewiesen. Zwei andere Silberlitra-Emissionen, die eine aus Himera mit dem Kopf des Herakles und die andere aus Therma mit dem Kopf der Hera, sind als Gegenstücke zu interpretieren; sie gehören in die Jahre des Timoleon. [Autor. Übersetzung D. Klose]

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Zitiervorschlag

Manganaro, Giacomo: Zeus Eleutherios - Zeus Kronos. Himera - Therma Nel IV Sec. A.C. In: Jahrbuch für Numismatik und Geldgeschichte 48/49 (1998/99), S. 71–99.